Wie der Künstler das Sehen sieht
„Wir sehen die Dinge
nicht wie sie sind.
Wir sehen sie so wie wir sind.“
Anais Nin
Man könnte auch
sagen:
“Jeder
Mensch ist anders und sieht die Welt nur auf seine Art.“
Wie oft hört
man
in einem Gespräch
den Satz: „Das sehe ich aber anders!“ Tatsächlich geht es dabei aber gar nicht
um das Sehen. sondern um die Bewertung einer Situation, eines Verhaltens oder
einer sonstigen Begebenheit.
Das Sehen selbst als
optische Wahrnehmung ist zunächst nur ein weitgehend physikalisch und chemisch
erklärbarer Vorgang.
Licht fällt durch die Linsen unserer Augen auf die Netzhaut. Die entsprechenden
Signale gelangen über den Sehnerv ins Gehirn und werden dort dann so
verarbeitet, dass wir Bilder sehen.
Eigentlich müssten sich diese Bilder gleichen, wenn mehrere Menschen dasselbe Ding betrachten. Tatsächlich gibt es aber bei dem komplexen Vorgang der Bilderzeugung eine große Zahl von Veränderungsmöglichkeiten (Wahrnehmungsfehlern) die letztlich zu unterschiedlichen Bildern bei den einzelnen Betrachtern führen.
Einflussfaktoren sind nicht nur
o unterschiedliche Perspektiven, die z.B. auch durch verschiedene Körpergrößen bedingt sein können
o Augenkrankheiten oder
o Brillen
sondern vor allem Prägungen durch
o genetische Bedingungen, z. B. Mann/Frau
o Erziehung
o Erfahrung
o Beruf
o Religion/Glaube
o Emotionen
o soziales Umfeld und vieles andere
Wie das Gehirn mit seinen speziellen Gegebenheiten die Informationen, die über den Sehnerv zu ihm gelangen bewertet, ist entscheidend dafür, was wir zu sehen glauben und wie wir dann darauf reagieren.
Unterschiedliche Bilder von ein und demselben Ding, vor allem aber unterschiedliche Bewertungen einer Situation können Anlass sein für Missverständnisse, manchen Streit und letztlich auch für Kriege.